Zwischen schwarz und weiß tun sich Wortwelten auf; schwarz auf weiß steht es dann hier ↓
Zwischen schwarz und weiß tun sich Wortwelten auf; schwarz auf weiß steht es dann hier ↓
Für eine Weile klingt
Das Rotkehlchen die Goldammer
Vergessen der traurige Rest
Eintagsfliegen entschleunigen ihr knappes Gut
Dösen In der Mittagssonne
Wähnen sich daheim: High Noon
Ich vernehme das kaum
Käfer Raupen Zecken Getier
Eine Horde befällt mich
Erkundet mein verletztes Hemd
Hört nicht den drohenden Herzschlag
Dass der Mai mir gehört –
allein
DLF-Büchermarkt mit neuen Gedichtbänden als Podcast
BOOMT LYRIK? Ein Plädoyer für die Lust am poetischen Denken
Um das verlorene Gedicht
Das ich mir hätte sein können
Habe ich stets getrauert
Ein Fremder wurde ich
Hier und da
Versucht der Liebe
Text zu schenken
Ich ging auf dich zu
trochäischen Schrittes
Und die einstigen Saufkumpanen:
Schenken schon lange nicht mehr ein
Den Morgenstunden träumend zu erliegen
Auch das Füllhorn der Denker und Weisen
Ist mächtig geschwätzig
Angeschwollen mit Eitelkeiten
Verunreinigt habe ich und
Geopfert dem Moloch Morgen
Schon jetzt
Die prallen Vokabeln
Nach denen der Sinn steht
Ich drehe mich um –
kann nicht mehr fixieren die Zeit
Und die Schmetterlinge
Jagte ich nutzlos
Heftete ich vergaste Körperkreuze
Aufs Brett
Dann auch Erdhöhlen befeiert
Mit ersten Erektionen
Spätere Aufstände nicht ausgeschlossen
Gegen Atomzerfall
Noch mutiger das Kauern
Vor Filmhelden mit den üblichen Verdächtigen
Im Laufe der Zeit
Geschissen sogar
Auf die schwarzen Schatten der Druckerzeugnisse
Nachtfalter!
So opfere mir doch deine verbliebenen
Stummelfarben
Deine Schreie
Dein Mahnen:
Hab acht!
Dies alles läuft leer
Und ohne Quelle das Meer
Dem großen Bruder Schlaf in die Arme
Wo Wörter noch
Warten
KING WINGS …sind trotzdem kein Gedicht
[Hymnus]
Pflückte ich Strahlen der Himmel
könnte ich lauschen der Zeit
arglos wollt ich verglimmen
unendlich satt und gescheit
So aber brechen die Wellen
bildschirmpoliert mir ins Hirn
Nahrung erquickt nur den Schnellen
zunehmend dumpf meine Stirn
Träum ich den Morgen herinnen
seh wie er zappelt und spricht
möcht diesem Schwerschlaf entrinnen
endlich in frühgraues Licht
IMPOTENTE LYRIK? Artikel von M. Mollnitz in „der Freitag“
Zum Luft holen unter Wasser: PERLENTAUCHER
Wie sie den Tag kommentieren
rückwärts
die Septakkorde durch die Stunden
flechten
kurz vor Toresschluss das Präludium
davor Schweigen
[Sonett der Bürgerpflichten]
Schmieg betend dich an die Ufer des Arno
Dein Bauch sei der Kiesel Ruhestatt
Der Menschen Werk möge flirren dir über der Ebene
Öffne deiner Heimat die Schleusen des Horizonts
Zieh durch die Mooswälder mit dem Gewicht der Ohren
Am Himmelswind richte aus deine Glieder
Allein im Schatten der Zypressen mach Freunde dir
Stimm ein in die Seufzer der streunenden Hunde
Güte und Lehm sei deines Lebens Grund
Rede von deiner Seele als etwas anderem
Im Rudel sprich im Rhythmus zweier Augenpaare
Dreh dich nicht um auf der Reise nach Eden
Maßvollen Schrittes grüße die Ölbäume deines Herzens
Gib ab die Schlachtfelder und Tränen dem Allerersten